Regelwerk

Rally-Point Zählweise

Die IBF hat die Zählweise am 6. Mai 2006 als für Badminton gültig erklärt. Sie tritt für das Verbandsgebiet des DBV zum 1. August 2006 in Kraft. 
Hier die wichtigsten Neuerungen in einfacher Form.
Zur pdf-Fassung.

So wird bei der Rallypoint-Zählweise gezählt: Fassung vom 1. Juli 2006.

(1) Punkterwerb: Bei der Rallypoint-Zählweise wird für jeden Ballwechsel („Rally“) ein Punkt vergeben.

(2) Aufschlagrecht: Als Aufschläger erhält man beim Gewinn des Ballwechsels einen Punkt, als Rückschläger einen Punkt und das Aufschlagrecht für den nächsten Ballwechsel. Es schlägt also stets die Seite auf, die den vorhergegangenen Ballwechsel gewonnen hat.

(3) Stellung im Einzel (wie bisher bei der traditionellen Zählweise): Bei geradem eigenen Punktestand erfolgt Aufschlag von rechts, bei ungeradem von links. Das erste Aufschlagrecht wird ausgelost.

(4) Satzende: Gespielt wird auf zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte pro Satz, wobei am Satzende ein Vorsprung von mindestens zwei Punkten erreicht sein muss. Dies gilt für alle Disziplinen, also auch für Dameneinzel.
- Da bei 21:20 kein Zweipunktevorsprung besteht, wird solange weiter gespielt, bis eine Partei zwei Punkte Vorsprung hat – maximal allerdings bis 30 Punkte.
- Bei 29-beide führt der nächste Punkt zum Satzgewinn.
Knappstes Satzergebnis ist also 30:29.

(5) Seitenwechsel dritter Satz: In einem dritten Satz sind beim erstmaligen Erreichen des Punktestandes 11 die Spielfeldseiten zu wechseln.

(6) Pausenregelung: Erreicht in einem Satz die führende Partei 11 Punkte, so gibt es eine Pause von maximal einer Minute. Zwischen zwei Sätzen (erstem zu zweiten, bzw. zweitem zu dritten) gibt es eine Pause von jeweils maximal zwei Minuten. In allen diesen Pausen darf das Spielfeld und die Umgebung des Spielfeldes verlassen werden. Damit die Pause nicht regelwidrig ausgedehnt wird, muss der Spieler allerdings bis spätestens 20 Sekunden vor dem Weiterspielen wieder auf dem Feld sein. (Regel 16.2 und 16.5.2.)
Die 5-Minuten-Pause vor dem dritten Satz gehört der Vergangenheit an.

(7) Coachen: In den in (6) genannten Pausen darf wie bisher gecoacht werden. Zusätzlich darf unter bestimmten Bedingungen zwischen den Ballwechseln gecoacht werden. Siehe dazu unten die „Richtlinien für das Coachen“ des DBV-Schiedsrichterausschusses.

Spielfeld
Spielfeld

Techniken

Der Aufschlag

Ausholphase - Ausschwungphase
Ausholphase - Ausschwungphase
Flugkurve der Aufschläge
Flugkurve der Aufschläge

1. Kurzer Aufschlag
2. Drive Aufschlag
3. Swip Aufschlag
4. Hoher Aufschlag

Bewegungsbeschreibung:
Der Aufschlag ist der einzige Schlag, der nicht vom Rückspiel des Partners abhängig ist. Darum sollte sich der Aufschläger bei der Vorbereitung auf den Aufschlag auch besonders ruhig und vollständig konzentrieren.

Die Spieler nehmen beim Aufschlag eine leichte Schrittstellung ein, bei der das vordere linke Bein in Schlagrichtung zeigt. Das rechte Bein steht etwa eine Fußlänge weiter hinten und ist leicht zur rechten Seitenlinie gedreht (sichere Standposition). Der rechte Oberarm hängt locker an der rechten Körperseite, der Unterarm wird parallel zum Boden gehalten, der Schlägerkopf zeigt nach oben. Die Schlagphase beginnt mit einer Gewichtsverlagerung vom rechten auf das linke Bein und dem Vorbringen der rechten Hüfte (Vorspannung). Während des Vornehmens des rechten Ellenbogens fällt der Schläger durch eine Drehung im Unterarm locker zur Rückhandseite bzw. nach hinten (Supination).

Bevor sich der Schlägerkopf durch die Körperdrehung und Weiterführung des Ellenbogens vor der Körpermitte befindet, wird der Federball aus der linken Hand nach unten fallen gelassen. Durch die schnellkräftige Einwärtsdrehung (Pronation) bei gleichzeitigem intensiven Zufassen erfährt der Schlägerkopf bis zum Treffpunkt des Balles eine sehr hohe Beschleunigung. Nach dem Treffen unterhalb der Taille schwingt der Schlägerkopf zur linken Schulter aus.

Der Clear: Ausholphase - Ausschwungphase

Der Clear: Ausholphase - Ausschwungphase
Der Clear: Ausholphase - Ausschwungphase
Flugkurven des Clear
Flugkurven des Clear

4. Angriffsclear
5. Standard-Clear
6. Verteidigungs-Clear

Bewegungsbeschreibung:
Nach dem Rückwärtslaufen und der Einnahme des Stemmschrittes im hinteren Feldbereich beginnt die Schlagbewegung mit der Ausholphase. Dabei ist es wichtig, dass der leicht gebeugte linke Ellenbogen nach vorn oben auf den heranfliegenden Ball zeigt. Der rechte Oberarm hängt locker an der rechten Körperseite, der Ellenbogen zeigt nach unten.

Die Schlagphase beginnt mit dem Vorbringen der rechten Hüfte. Dadurch entsteht eine Vorspannung in Teilen der Rumpfmuskulatur. Diese Vorspannung verstärkt sich noch, wenn der linke Ellenbogen neben der linken Körperseite nach unten hinten geführt wird. Mit dem Vorbringen des rechten Ellenbogens beginnt die Auflösung dieser Vorspannung und gleichzeitig eine Drehung um die Körperlängsachse, bis der Oberkörper frontal in Schlagrichtung zeigt. Während der Streckbewegung des Schlagarmes erfolgt die schnelle Unterarmdrehung mit gleichzeitigem, schnellkräftigem Zufassen am Griff. Der Treffpunkt befindet sich etwa über dem Kopf, je nachdem, wie hoch der Clear gespielt werden soll.

Wichtig: Beim Treffen des Balles (Treffpunkt) ist das Ellenbogengelenk nicht vollständig gestreckt. Nach dem Treffen des Balles sollte die Schlagbewegung nicht ruckartig unterbrochen, sondern die beschleunigten Körperteile arm- und gelenkschonend abgebremst werden. In der Ausschwungphase wird der Schläger zur linken Körperseite nach vorn unten ausgeschwungen und dann wieder in die Ausgangsposition gebracht.

Der Drop: Ausholphase - Ausschwungphase

Der Drop: Ausholphase - Ausschwungphase
Der Drop: Ausholphase - Ausschwungphase
Flugkurve des Drop
Flugkurve des Drop

2. schneller Drop
3. langsamer Drop

Bewegungsbeschreibung:
Der VhÜkDrop sollte praktisch nur als optimale Finte des VhÜkClear gespielt werden. Lediglich dann wird er durch seine überraschende Wirkung erfolgreich eingesetzt werden können, weil der Gegner sich auf einen langen Ball einstellt und die Rückwärtsbewegung beginnt.
Technische Voraussetzungen dafür sind, dass Aushol- und Schlagphase bei allen Vorhand - Überkopf - Schlägen möglichst identisch sind. Die Täuschung und die charakteristische Flugbahn wird durch die unmittelbar vor dem Treffen des Balles abgebrochene Schlagbewegung erzielt, und zwar nach der Streckung des Ellenbogens in der Pronationsbewegung.
Der Treffpunkt liegt dabei vor dem des Clear.

Der Smash: Ausholphase - Ausschwungphase

Der Smash: Ausholphase - Ausschwungphase
Der Smash: Ausholphase - Ausschwungphase
Flugkurve des Smash
Flugkurve des Smash

1. Smash

Bewegungsbeschreibung:
Diese Schlagbewegung ist ebenfalls nahezu identisch mit der des VhÜkClear. Da das Ziel des VhÜkSmash allerdings die direkte Beendigung des Ballwechsels ist muss der Federball möglichst hart und steil ins gegnerische Feld gespielt werden.
Die dafür notwendige höhere Geschwindigkeit wird u.a. dadurch erreicht, dass die Schlagphase mit vollem Körpereinsatz, schnellkräftiger Streckung des Ellenbogens, explosiver Pronationsbewegung des Unterarms und intensivem Zufassen am Schläger ausgeführt wird. Der Treffpunkt liegt dabei am weitesten vor dem Körper und tiefer als bei Clear und Drop. (Wichtig für die Verletzungsprophylaxe ist die angemessene Ausschwungphase.)

Der Unterhandschlag (Siehe Vorhand): Ausholphase - Ausschwungphase

Der Unterhandschlag: Ausholphase - Ausschwungphase
Der Unterhandschlag: Ausholphase - Ausschwungphase
Flugkurve des Unterhandschlages
Flugkurve des Unterhandschlages

1. Stop
2. Lob
3. Unterhand-Drop
4. Unterhand Clear

Bewegungsbeschreibung:
Der Aufschlag ist der einzige Schlag, der nicht vom Rückspiel des Partners abhängig ist. Darum sollte sich der Aufschläger bei der Vorbereitung auf den Aufschlag auch besonders ruhig und vollständig konzentrieren.

Die Spieler nehmen beim Aufschlag eine leichte Schrittstellung ein, bei der das vordere linke Bein in Schlagrichtung zeigt. Das rechte Bein steht etwa eine Fußlänge weiter hinten und ist leicht zur rechten Seitenlinie gedreht (sichere Standposition). Der rechte Oberarm hängt locker an der rechten Körperseite, der Unterarm wird parallel zum Boden gehalten, der Schlägerkopf zeigt nach oben. Die Schlagphase beginnt mit einer Gewichtsverlagerung vom rechten auf das linke Bein und dem Vorbringen der rechten Hüfte (Vorspannung). Während des Vornehmens des rechten Ellenbogens fällt der Schläger durch eine Drehung im Unterarm locker zur Rückhandseite bzw. nach hinten (Supination).

Bevor sich der Schlägerkopf durch die Körperdrehung und Weiterführung des Ellenbogens vor der Körpermitte befindet, wird der Federball aus der linken Hand nach unten fallen gelassen. Durch die schnellkräftige Einwärtsdrehung (Pronation) bei gleichzeitigem intensiven Zufassen erfährt der Schlägerkopf bis zum Treffpunkt des Balles eine sehr hohe Beschleunigung. Nach dem Treffen unterhalb der Taille schwingt der Schlägerkopf zur linken Schulter aus.

Geschichte

Badminton in seiner heutigen Form blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Es ist jedoch bekannt, daß in den alten Hochkulturen Ostasiens und bei den Azteken in Mexiko ähnliche Spiele existierten. In Europa war das Spiel mit dem gefiederten Ball am Hofe des Adels der Barockzeit weit verbreitet. Als Ende des 19. Jahrhunderts der Prunk der höfischen Kultur allmählich zurückgedrängt wurde, geriet auch das "Federballspiel" in Vergessenheit.

Die Wiedergeburt des Badminton erfolgte um das Jahr 1870. Über das genaue Datum der ersten Spiele liegen unterschiedliche Angaben vor. Der Schauplatz der ersten Partien war jedenfalls der Landsitz des Herzogs von Beaufort in der englischen Grafschaft Gloucestershire. Der Name "Badminton" leitet sich vom Geburtsort des Herzogs von Beaufort ab, der "Badminton House" heißt. Nicht bekannt ist allerdings, seit wann "Badminton" als allgemeine Bezeichnung verwendet wird.

Aus dem anfänglichen Freizeitspiel entwickelte sich sehr schnell ein sportlicher Wettkampf, der zu Beginn auf die englische Oberschicht beschränkt blieb. 1893 wurde der erste Badminton-Verband in England gegründet und 1899 fanden die ersten All England Championchips statt (Wimbledon des Badminton). 1934 schließlich schlossen sich neun Landesverbände zur "International Badminton Federation (IBF)" zusammen.

Der Durchbruch zur Weltsportart verzögerte sich allerdings auf Grund des 2. Weltkrieges auf die Zeit nach 1945.

Der traditionellen Vorherrschaft der Engländer, wurde anfänglich vor allem durch Dänemark und Schweden ein Ende gesetzt. Doch seit den Vierziger Jahren dominiert das durch Athletik geprägte Spiel der Asiaten aus Thailand, Indonesien, Malaysia, Japan und China das Weltgeschehen im Badminton. Weitere wichtige Meilensteine in der Geschichte des Badminton waren die Einführung des Status von Profispielern 1979 und die Gründung des Grand Prix, der alle wichtigen Turniere in Europa, Asien und Nordamerika zusammen fasst. Weltweit wird die Zahl der Aktiven auf über 180 Millionen geschätzt, die auf über 80 Länder verteilt sind. Vor allem in den bevölkerungsreichen Staaten Asiens gehört Badminton schon lange zu den dominierenden Volkssportarten und geniest dort einen ähnlichen Status wie in Deutschland das Fußballspiel. In Deutschland gewann das anfänglich als Familienspiel "Federball" belächelte Sportart in den vergangenen 15 Jahren an enormem Zulauf, was sich überwiegend in den steigenden Mitgliederzahlen der Vereine und in der Zahl der kommerziellen Sportcenter äußert.

So hat sich Badminton auch bei uns zu einer Sportart für jedermann und zum Leistungssport entwickelt. Auf der Stufe eines Turnierspielers zählt Badminton zu den anspruchsvollsten Sportarten überhaupt, was auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt, dass der nur 5 Gramm schwere Ball beim Schmetterschlag (Smash) eine Geschwindigkeit von über 300 km/h erreichen kann, die Dauer eines Spiels bis zu 90 Minuten beträgt und Ballwechsel mit über 20 Schlägen keine Seltenheit sind.